Vorderlader Darmstädter Echo


Jörg Klock erzielt Gold mit dem Colt

Schiessen – Walter Massing mit sieben Titeln erfolgreichster Südhesse bei der Vorderlader-EM in Österreich
Jörg Klock (Reinheim) holte sich die Goldmedaille. Mit dem Colt belegte der Südhesse bei der Europameisterschaft der Vorderladerschützen in Eisenstadt (Österreich) Platz eins. Walter Massing gewann acht Medaillen.

Die deutschen Vorderladerschützen wurden ihrer Favoritenrolle bei den 15. Europameisterschaften in Eisenstadt eindrucksvoll gerecht. Das 24-köpfige Team gewann 44 Medaillen – davon 13 Goldmedaillen. Großen Anteil hatte Walter Massing, der bei den dreitägigen Titelkämpfen fünf Mal startete und dabei sieben Gold- und eine Silbermedaille gewann. Neben dem Ginsheimer, der bei deutschen Titelkämpfen auch für die PSG Darmstadt schießt, stand von den drei Starkenburger Schützen Jörg Klock (Reinheim) oben auf dem Siegerpodest.

„Ich habe gedacht, es werden höhere Ergebnisse erzielt“, wirkte Klock überrascht, nachdem er Europameister im Wettbewerb „Colt“ mit dem Perkussionsrevolver war. „Es war eine fehlerlose Leistung“, so das Fazit über seine Leistung mit 96 von 100 möglichen Ringen. Damit trug der Südhesse den größten Anteil an der deutschen Silbermedaille im Teamwettbewerb „Adams“.

Nach dem starken Auftakt und dem zweiten EM-Einzeltitel nach 2007, gewann Klock (42) einen Tag später die Mannschafts-Goldmedaille mit der Perkussionspistole im Wettbewerb „Forsyth“ mit Joachim Haller (Bad Boll) und Raimund Zellner (Miesbach-Parsberg-Wies). Im Einzel erzielte er den elften Rang mit der Luntenschlosspistole „Tanzutsu“ und mit der Steinschlosspistole „Cominazzo“ die Ränge 34 und 53. Zum Abschluss der fünf Starts verbuchte im Wettbewerb „Mariette“ beim 13-Schuss-Wettbewerb mit einem Replika-Perkussionsrevolver 94 Ringe. „Da hätte ich mir etwas mehr versprochen.“ Mit der Gesamtleistung war der Reinheimer zufrieden. Mit dem vor sechs Jahren gekauften Original-Perkussionsrevolver, ein Remington-Colt aus den 1870er Jahren, bestätigte er seinen Platz unter den besten europäischen Vorderladerschützen. Klock: „Es war meine fünfte internationale Meisterschaft und ich habe mich etabliert.“

„Das war mein erfolgreichstes Jahr“, strahlte Walter Massing. Wenige Wochen nach dem starken Auftritt bei den deutschen Meisterschaften ließ er eine Erfolgsserie bei der Europameisterschaft folgen. Den vierten EM-Titel nach der Siegesserie von 1999 bis 2003 feierte der Ginsheimer mit dem Luntenschlossgewehr im Wettbewerb „Tanegashima“. Nach zwölf der 13 Wertungsschüsse auf 50 Meter im Stehendanschlag hatte Massing optimale 100 Ringe geschossen. In den Teamwettbewerben mit dem Luntenschlossgewehr war er mit Wolfgang Virsik und Michael Sturm aus Schwäbisch Hall nicht zu schlagen. Das Trio holte sich bei den Wettbewerben „Nagashino“ und „Hinawa“ jeweils mit Europarekord Goldmedaillen. „Das war die beste Konstellation, die für Deutschland antreten konnte.“

Am zweiten Tag trat Massing in seiner Spezialdisziplin „Vetterli“ an, in der er sich vor 20 Jahren erstmals mit dem Perkussionsgewehr auf 50 Meter Entfernung im Stehendanschlag für eine EM qualifizierte. Der in dieser Disziplin weltbeste Vorderladerschütze holte sich mit optimalen 100 Ringen zum dritten Mal nach 2003 und 2005 die Goldmedaille. Auch Wolfgang Virsik schoss 100 Ringe. Damit war der Sieg im Teamwettbewerb „Pforzheim“ mit Tania Heber aus Daisendorf perfekt.

Nach sechs Goldmedaillen an den ersten beiden Tagen rundete Massing am dritten Wettkampftag den glanzvollen Auftritt mit dem Steinschlossgewehr im Stehendanschlag auf 50 Meter ab. Mit 96 Ringen gewann der Südhesse erstmals in dieser Disziplin eine Medaille in der Einzelwertung. Übertroffen wurde er von Alfred Bailer aus Rottweil, der zum dritten Mal den Titel gewann. Mit Thomas Baumhakl siegten Massing und Bailer im Teamwettbewerb „Kossuth“.

Zum zweiten Mal nach 2006 in Bordeaux stand Norbert Neumann (59) im Team der Vorderlader-Nationalmannschaft. Der Bischofsheimer bestritt acht Starts, zu einem Einzelsieg reichte es für den Schützen der PSG Darmstadt nicht. Im „Minie“-Wettbewerb mit dem Perkussions-Dienstgewehr haderte er mit der verpassten Medaillenchance. „Ich bin richtig sauer“, ärgerte er sich über Rang vier, zwei Schüsse auf die falsche Scheibe kosteten die optimale Ringausbeute. „Auf 100 Meter Entfernung waren die Nummern auf den Scheiben nur schlecht zu erkennen“, erklärte er sein Missgeschick. „Die Lichtverhältnisse waren für mich nicht günstig, sonst hätte es klappen können.“ Über die Silbermedaille im Teamwettbewerb „Magenta“ mit Wolfgang Virsik und Josef Mayr freute er sich nicht richtig: „Zweiter hinter Frankreich mit einem Ring Rückstand, das hätten wir gewinnen müssen.“

In den Wettbewerben mit dem Luntenschlossgewehr belegte Norbert Neumann den 11. („Tanegashima“) und 18. Rang („Hizadai“). Im 100-Meter-Liegend-wettbewerb „Maximilian“ mit dem Steinschlossgewehr verpasste er die Medaillenränge um drei Ringe und wurde Elfter. Zum Abschluss schaffte Neumann noch einmal den Sprung auf das Siegerpodest: Im Teamwettbewerb „Rugby“ mit dem Perkussions-Freigewehr belegte er mit Alfred Bailer und Tania Heber Platz zwei.