Paradedisziplin mit 149 von 150 möglichen Ringen


Walter Massing gewinnt bei den Hessenmeisterschaften der Vorderladerschützen zweimal und will noch mehr.
Mit dem Gewinn von 16 von 26 Titeln dominierten in Darmstadt die Teilnehmer aus dem Schützengau Starkenburg die hessischen Meisterschaften der Vorderladerschützen.

Unter 554 Startern gewannen die Schützen aus dem Kreis Groß-Gerau neun Medaillen, davon viermal Gold. Erfolgreichster Teilnehmer war erwartungsgemäß der für Tell Haßloch startende Walter Massing.

Der mehrfache Weltmeister aus Ginsheim stand zweimal auf dem Siegerpodest ganz oben und erhöhte seine Titelsammlung auf 28 Einzelsiege seit 1986. „Es sind noch Steigerungen möglich“, sagte der 56-Jährige mit Blick auf die deutschen Meisterschaften in Pforzheim (17. bis 19. Juli) und die Europameisterschaften in Portugal, die vom 24. bis 29. August in Fervenca stattfinden.

In seiner Paradedisziplin „Perkussionsgewehr“ erzielte Massing mit seinen 15 Wertungsschüssen 149 von 150 möglichen Ringen und sorgte damit für das herausragende Einzelergebnis der Titelkämpfe. „Alles über 148 Ringe ist okay. Dieses Ergebnis habe ich erwartet“, so Massing, der seit zwei Jahren mit optimalen 150 Ringen hessischer Rekordhalter in dieser Disziplin ist.

Seinen zweiten Hessentitel holte sich der Ginsheimer im 100 Meter-Liegendwettbewerb mit dem Perkussionsfreigewehr. „Zwei bis drei Ringe sind da noch mehr drin“, meinte Massing und stellte für die nächste Saison die Mannschaftswertung in den Vordergrund: „Dann wollen wir in drei Disziplinen für Tell Haßloch vorn dabei sein.“

In diesem Jahr lief es für das Haßlocher Team noch nicht nach Wunsch. Thomas Lache haderte mit einer mäßigen Leistung mit dem Perkussionsgewehr. „Es hat einfach nicht gepasst“, ärgerte er sich über 137 Ringe, die im Einzel nur zu Rang 20 reichten. Durch die Schwäche von Lache verpasste das Haßlocher Trio die Titelverteidigung in der Mannschaftswertung, erfüllte aber als Vizemeister mit der Qualifikation zu den deutschen Meisterschaften die Mindestanforderungen.

Für Thomas Lache hatten die Titelkämpfe mit Problemen im 100 Meter-Wettbewerb „Perkussionsfreigewehr“ begonnen: „Mein neues Gewehr ist noch nicht da, und ich kam einfach nicht zurecht. Nach acht Schüssen habe ich aufgehört, doch der Faden war bei mir gerissen, das hat sich durch den Tag gezogen.“

Auch für Andreas Dindorf verliefen die Titelkämpfe nicht ohne Probleme. Zum Auftakt konnte er sich noch über seinen ersten Titelgewinn in der Herren-Altersklasse mit dem Perkussionsgewehr freuen, doch im weiteren Verlauf patzte er im 50-Meter-Wettbewerb mit dem Steinschlossgewehr.

Mit nur 121 Ringen blieb Dindorf unter seinen Möglichkeiten, und das Haßlocher Team musste sich als Titelverteidiger mit Rang drei begnügen. Zudem verpasste er die Titelverteidigung im 100 Meter-Wettbewerb mit dem Perkussionsfreigewehr. „Da war ich nervös und habe Probleme mit der Zeit bekommen“, erklärte er seinen mäßigen achten Rang, den er für die PSG Darmstadt erzielte, bevor er in der nächsten Saison auch in dieser Disziplin wieder für seinen Heimatverein Tell Haßloch antreten wird.

Bei den 25-Meter-Wettbewerben sorgte Evelyn Schönhaber von Tell Mörfelden durch ihren Sieg mit der Perkussionspistole in der Damenklasse für den einzigen Lichtblick unter den Teilnehmern aus dem Kreis. „Entweder läuft es mit dem Gewehr oder mit der Pistole gut. Diesmal war es mit der Pistole“, freute sie sich über ihren neunten Hessenmeistertitel seit 2001. „Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, doch aus Zeitgründen kann ich nicht bei den deutschen Meisterschaften starten.“ Den Damentitel mit der Perkussionspistole gewann Evelyn Schönhaber zum siebten Mal und beendete damit die Erfolgsserie der Elzerin Cornelia Welker-Günther.

Keinen Titelgewinn, doch gute Leistungen zeigte Lothar Behrend für Tell Mörfelden. In seiner Paradedisziplin „Perkussionsdienstgewehr“ gelang dem ehemaligen Weltmeister mit Rang drei im Einzel ebenso der Sprung auf das Siegerpodest wie in der Mannschaftswertung mit Gerhard Heger und Jürgen Schönhaber. Eine Bronzemedaille für den Kreis Groß-Gerau holte Friederike Neumann, die für Tell Raunheim in der Damenklasse mit dem Perkussionsrevolver den dritten Platz belegte.

Zum Abschluss der Titelkämpfe konnten sich die Groß-Gerauer PSG-Schützen im Wettbewerb mit der Steinschlosspistole noch über eine Medaille freuen. Hans Dörr, Manfred Mohaupt und Ortwin Schamber sicherten sich Rang drei, verfehlten aber die Teilnahme an den deutschen Meisterschaften.

Die in den vergangenen Jahren bei den 25 Meter-Kurzwaffenwettbewerben erfolgsverwöhnten Aktiven von Tell Haßloch und SV Rüsselsheim konnten sich nicht in Szene setzen. Mit der Perkussionspistole verpasste Thomas Kraft als Vierter im Einzel ebenso knapp eine Medaille wie in der Mannschaftswertung mit Georgios Leontarakis und Wolfgang Schmidt. Für Tell Haßloch mussten sich Andreas Dindorf, Bernd Arno Nikolaus und Dieter Kessler mit dem Perkussionsrevolver mit Rang sechs begnügen, hoffen aber auf die DM-Teilnahme.

von Werner Wabnitz (Echo-Online)

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