„Goldiges“ Bischofsheimer Duo


Von Werner Wabnitz

SCHIESSEN Reiner Holla und Norbert Neumann bei der Vorderlader-WM obenauf

SARLOSPUSZTA – Die deutschen Vorderladerschützen haben ihre Führungsrolle im Internationalen Vorderladerverband (MLAIC) bei der 27. WM im ungarischen Sarlóspuszta eindrucksvoll bestätigt. Unter 343 Teilnehmern aus 26 Nationen gewann das 24-köpfige deutsche Team 54 Medaillen, davon 22 Gold- und jeweils 16 Silber- und Bronzemedaillen. Zwar wurde das Rekordergebnis von 2014 (30 Goldmedaillen) verfehlt, doch bei den insgesamt 63 Entscheidungen konnte keine andere Nation annähernd mithalten.

Dekoriert von der WM aus Ungarn zurückgekehrt: Norbert Neumann (links) und Reiner Holla haben gut Lachen.	Foto: Friederike NeumannDie hessischen Akteure im Nationalteam, Reiner Holla und Norbert Neumann, waren mit jeweils sieben Einsätzen am deutschen Erfolg beteiligt und kehrten beide mit Goldmedaillen zurück. Neumann verpasste im Einzel den Titelgewinn im Minié-Wettbewerb mit dem Perkussions-Dienstgewehr auf 100 Meter Entfernung nur knapp. Der Schwede Johan Karlsson (95 Ringe) übertraf den 62-jährigen Bischofsheimer um einen Ring. Damit verhinderte der Schwede den ersten Titelgewinn Neumanns, vor zehn Jahren bereits WM-Zweiter. Gemeinsam mit Reiner Holla und Tania Heber holte Neumann aber die Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb „Rigby“ mit dem Perkussions-Freigewehr auf 100 Meter Entfernung. Das Trio egalisierte die vier Jahre alte Weltrekordmarke und setzte die deutsche Siegesserie in dieser Disziplin fort.

Neben dem Rigby-Sieg war Holla am Mannschaftstitel im Liegend-Wettbewerb „Magenta“ mit dem Perkussions-Dienstgewehr auf 100 Meter Entfernung beteiligt. Gemeinsam mit Alfred Bailer und Michael Sturm holte Holla den Weltmeistertitel nach Deutschland zurück, das zum dritten Mal triumphierte.

In den Einzelwettbewerben kämpfte Holla vergeblich um seine zweite WM-Medaille nach Rang drei anno 2014 in Spanien. Der 57-jährige Bischofsheimer verfehlte bei den 100-Meter-Wettbewerben „Whitworth“ mit dem Perkussionsfreigewehr und „Minié“ mit dem Perkussionsdienstgewehr die Medaillenränge um einen Ring und musste sich jeweils mit Rang fünf begnügen. – Ergebnisse:

Whitworth (Perkussions-Freigewehr, Replika): 1. Heber (Daisendorf) 100, 2. Frei (Schweiz) 100, 3. Sturm (Schwäbisch Hall) 99, 5. Reiner Holla 98, 8. Norbert Neumann (beide Bischofsheim) 97.

Minie (Perkussions-Dienstgewehr, Replika): 1. Karlsson (Schweden) 95, 2. Neumann 94, 3. Brader (Schongau) 94, 5. Holla 93.

Maximilian (Steinschlossgewehr, Replika): 1. Risch (Frankreich) 95, 2. Grad (Schweiz) 94, 3. Brader 93, 9. Neumann 90, 9. Holla 90.

Miquelet (Steinschlossmuskete, Original): 1. Karlsson 95, 2. Börtzler (Rammelsbach) 91, 3. Ducellier (Frankreich) 91, 5. Neumann 90.

Tanegashima (Luntenschlossgewehr, Replika): 1. Brader (Schongau) 99, 2. Gassner (Österreich) 99, 3. Sturm (Schwäbisch Hall) 99, 10. Neumann 95, 20. Holla 88.

Hizadai (Luntenschlossgewehr, Replika): 1. Ducellier 100, 2. Sturm 100, 3. Grad (Schweiz) 100, 12. Neumann 94, 15. Holla 93.

Pennsylvania (Steinschlossgewehr, Replika): 1. Sturm (Schwäbisch Hall) 100, 2. Gassner (Österreich) 96, 3. Bailer (Rottweil) 96, 26. Holla 91.

Lamarmora (Perkussions-Dienstgewehr, Original): 1.Börtzler (Rammelsbach) 97, 2. Groot (Niederlande) 97, 3. Trumpf (Schongau) 96, 12. Neumann 94.

Lamarmora (Perkussions-Dienstgewehr, Replika): 1. Rüfenacht (Schweiz) 98, 2. Karlsson (97, 3. Sturm (Schwäbisch Hall) 95, 49. Holla 87.

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