Hollas später Titel-Jubel


Von Werner Wabnitz

SCHIESSEN Bischofsheimer triumphiert bei Vorderlader-EM auch im Einzel / Teamgold für Massing.

GRANAD – Mit 50 Medaillen, davon 27 Gold- und 13 Silbermedaillen, kehrten die deutschen Vorderladerschützen von den 17. Europameisterschaften aus dem spanischen Granada zurück. Damit erreichte das 24-köpfige Nationalteam nach 2015 (65 Medaillen) die zweiterfolgreichste Titelbilanz seit 1984. Mit den routinierten Walter Massing und Reiner Holla waren ein hemisches Duo an den deutschen Erfolgen beteiligt.

„Wir waren nicht gut, aber die anderen waren noch schlechter“, fand Teamchef Franz-Josef Kerber durchaus kritische Worte. Bei hohen Temperaturen von 36 Grad Celsius, teilweise heftigen Winden und schwierigen Lichtverhältnissen auf den Standanlagen von Las Gabias mussten sich die Aktiven aus 18 Nationen hohen Herausforderungen stellen, die sich in zahlreichen Disziplinen negativ auf die Ringleistungen auswirkten. Dennoch gelang es dem deutschen Team bei vier der insgesamt 62 Entscheidungen neue Europarekorde aufzustellen.

Solide Leistungen Massings mit Teamgold belohnt

Walter Massing, seit 1993 im deutschen Vorderladerteam dabei, kämpfte vergeblich um seinen zwölften Einzelsieg und musste sich im Einzel mit einer Silbermedaille zufrieden geben. Dafür gewann der 58-jährige Ginsheimer in den Mannschaftswettbewerben drei Mal Gold und einmal Silber. „Er hat sich als zuverlässiger Schütze in den Teamwettbewerben gezeigt“, lobte Teamchef Franz-Josef Kerber die Leistungen von Massing, der zudem mit zwei vierten Plätzen knapp an einer weiteren Einzelmedaille scheiterte.

Bereits beim Auftakt im „Pennsylvania“-Wettbewerb mit dem Steinschlossgewehr verfehlte Massing als Vierter nach 13 Wertungsschüssen mit 97 Ringen knapp den Sprung auf das Siegerpodest. Einen Tag später stand er am frühen Morgen um 8.30 Uhr als Titelverteidiger im 50-Meter „Vetterli“-Wettbewerb mit dem Perkussionsgewehr im Stand und blieb als Titelverteidiger mit 98 Ringen und Rang fünf im Einzel unter seinen Möglichkeiten, konnte aber im Mannschaftswettbewerb zusammen mit Michael Sturm aus Schwäbisch Hall und Thomas Klaner aus Gießen den zehnten Titelgewinn in Folge für Deutschland sichern.

Knapp drei Stunden später, bei seinem dritten Start am zweiten Wettkampftag. gelang dem Ginsheimer dann der Gewinn einer Einzelmedaille. Als Titelverteidiger im „Hizadai“-Wettbewerb mit dem Luntenschlossgewehr am Start erreichte Massing mit 98 Ringen den zweiten Platz hinter dem überragenden Schlierseer Peter Käpernick, der sich erstmals den Titel im Kniendschießen auf 50 Meter Entfernung sicherte. Gemeinsam mit Käpernick und Sturm holte Massing die Mannschaftsgoldmedaille und damit den Titelhattrick im „Hinawa“-Wettbewerb.

Den „Tanegashima“-Wettbewerb mit dem Luntenschlossgewehr auf 50 Meter Entfernung im Stehendanschlag hatte Massing bei Europameisterschaften seit 1999 vier Mal gewonnen, doch bei seinem fünften Start in Granada mündeten 96 Ringe in einem vierten Platz. Zum Trost blieb ihm der Gewinn der dritten Mannschaftsgoldmedaille; EM-Silber im Rahmenprogramm beim Mannschaftswettbewerb „Alhambra“ auf 300 Meter Entfernung rundete Massings Edelmetallsammlung für ab.

Drei Mal Mannschaftsgold für Reiner Holla

Der Bischofsheimer Reiner Holla konnte am letzten Wettkampftag im Rahmenprogramm beim 300-Meter-Wettbewerb „Granada“ jubeln: Mit 91 Ringen gewann der 58-Jährige den Einzelwettbewerb, nachdem er zuvor bei seinen neun Starts vergeblich um seinen zweiten EM-Titel gekämpft hatte. Nach Rang sechs mit 91 Ringen zum Auftakt im 100-Meter „Minie“-Wettbewerb mit dem Perkussions-Dienstgewehr und Rang acht mit 83 Ringen im „Miquelet“-Wettbewerb mit dem Steinschlossgewehr auf 50 Meter Entfernung kam Holla in den Wettbewerben „Pennsylvania“, „Vetterli“ und „Whitworth“ nicht unter die besten Zehn. Besser lief es für den Bischofsheimer anschließend mit dem Luntenschlossgewehr im „Tanegashima“-Wettbewerb auf Rang sieben, doch im Kniendschießen „Hizadai“ sprang lediglich Rang 25 heraus, bevor die Titelverteidigung im „Maximilian-Wettbewerb“ für Holla auf dem Programm stand.

Bei seinem achten Start konnte er nicht an seine Leistung aus 2015 in Portugal anknüpfen und verfehlte mit dem Steinschlossgewehr auf 100 Meter Entfernung im Liegendanschlag (89 Ringe) als Siebter klar die Medaillenränge. Die soliden Leistungen Hollas wurden in den Mannschaftswertungen mit drei Goldmedaillen und jeweils einmal Silber und Bronze belohnt. Bei der Kombinationswertung „Versailles“ mit jeweils drei Schützen in den „Minie“- und „Miquelet“-Wettbewerben war er am deutschen Sieg ebenso beteiligt, wie in den Wettbewerben „Lucca“ mit dem Steinschlossgewehr und „Magenta“ mit dem Perkussions-Dienstgewehr.

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