Europameisterschaften Vorderlader in Sarlospuszta-Ungarn


Europameisterschaften Vorderlader in Sarlospuszta / Ungarn Klock und Massing erhöhen auf drei Mal Gold, erstes Gold für Würdinger.

Mit der erwarteten Dominanz des deutschen Teams fanden im ungarischen Sarlospuszta die 18. Europameisterschaften der Vorderladerschützen statt. Nach vier Wettkampftagen hatte das DSB-Team unter den 267 Teilnehmern aus 19 Nationen insgesamt 70 Medaillen gewonnen, davon 33 Gold-, 22 Silber-und 15 Bronzemedaillen. Großen Anteil an den deutschen Erfolgen hatten vier hessische Teilnehmer. Jörg Klock vom SV Reinheim und Walter Massing von Tell Haßloch holten jeweils der drei Einzeltitel. Zudem war Massing am Gewinn von drei Mannschaftsgoldmedaillen beteiligt. Jörg Klock konnte in den Mannschaftswettbewerben eine Goldmedaille und zwei Silbermedaillenbei den Siegerehrungen entgegen nehmen. Nach zwei Mannschafts-Silbermedaillen am ersten Tag glänzte einen Tag später die erste Einzel-Goldmedaille bei Hans-Michael-Würdinger vom SV Niederwetz, der im weiteren Verlauf noch eine Bronzemedaille gewann. Ebenfalls Mannschaftsgold holte sich am ersten Wettkampftag Reiner Holla von der Wiesbadener SG, der im Einzel mit zwei vierten Plätzen knapp eine Medaille verpasste, aber noch eine weitere Mannschaftsgoldmedaille gewann. Seinen ersten Sieg landete Walter Massing im Vetterli-Wettbewerb mit einem Replika-Perkussionsgewehr auf 50 Meter Entfernung im Stehendanschlag. In einer von deutschen Schützen bestimmten Entscheidung, die die vier ersten Plätze belegten, stand der 60-jährige Ginsheimer erst nach dem Ausmessen des schlechtesten Wertungsschusses fest. Neben Massing hatten Michael Sturm und Achim Bailer bei den 13 Wertungsschüssen jeweils optimale 100 Ringe erzielt. Mit einem Millimeter Vorsprung Michael Sturm und einem weiteren Millimeter auf Achim Bailer gewann Walter Massing zum fünften Mal seit 2003 den Vetterli-Wettbewerb. Dabei hatte er stets optimale 100 Ringe erzielt. Zudem setzte Massing gemeinsam mit Michael Sturm und Ute Gretz die deutsche Erfolgsserie im Mannschaftswettbewerb fort. Beim zehnten Mannschaftssieg seit 1993 stellte das deutsche Trio den 16 Jahre alten Europarekord ein. Vier Stunden später nach seinem ersten Erfolg erhöhte Walter Massing seine Gesamt-Goldmedaillenbilanz auf 13 Siege seit 1999. Sechs Jahre nach seinem letzten Titelgewinn bei Europameisterschaften mit dem Luntenschlossgewehr holte sich Massing die Einzel-Goldmedaille im Replika-Tanegashima-Wettbewerb zum fünften Mal mit optimalen 100 Ringen. Damit hatte der Ginsheimer auch den größten Anteil am Mannschaftssieg im Wettbewerb „Nagashino“, den das deutsche Team seit 1993 ununterbrochen13 Mal in Folge gewann. Walter Massing setzte seine Siegesserie mit der dritten Goldmedaille im Hizadai-Wettbewerb mit einem Replika-Luntenschlossgewehr fort. Erneut gelang es dem Ginsheimer, zehn der 13 möglichen Wettkampfschüsse optimal in die Zehn zu platzieren und erzielte damit als einziger Aktiver die 100-Ringe-Marke. Damit gewann Massing in dieser knienden Disziplin auf 50 Meter Entfernung zum vierten Mal seit 2005 den EM-Titel und erhöhte seine Gesamtbilanz auf nunmehr 14 Einzelsiege. Zum Abschluss der Titelkämpfe in Ungarn stand Walter Massing zusammen mit dem Württemberger Achim Bailer und dem Bayer Leonhard Brader noch einmal ganz oben auf dem Siegerpodest. Das deutsche Trio gewann den Rigby-Wettbewerb mit dem Perkussions-Freigewehr auf 100 Meter Entfernung. Mit 294 von 300 möglichen Ringen verfehlten die drei Deutschen den vor drei Jahren aufgestellten Europarekord der Franzosen um zwei Ringe und verwiesen dabei die Rekordhalter um elf Ringe auf den zweiten Platz. Für Jörg Klock begannen die Titelkämpfe in Sarlospuszta mit einem spektakulären Sieg im Colt-Wettbewerb mit dem Original-Perkussionsrevolver auf 25 Meter Entfernung. Mit 97 von 100 möglichen Ringen verwies er die nächstplatzierten Konkurrenten um drei Ringe auf die Medaillenränge zwei und drei. Damit wiederholte der Reinheimer seinen Sieg aus dem Jahr 2013. Im Mannschaftswettbewerb war Klock nicht nominiert, doch dafür war mit Hans-Michael Würdinger ein weiterer hessischer Vorderladerschützen am Gewinn der Silbermedaille beteiligt. Drei Stunden nach seinem Sieg mit dem Colt ließ Jörg Klock der internationalen Konkurrenz auch im Tanzutsu-Wettbewerb mit der Luntenschlosspistole keine Chance. Mit 94 ringen verwies er den Spanier Gastaminza und den Österreicher Herbert Wagner klar auf die Plätze und erhöhte seine Goldbilanz bei Europameisterschaften auf fünf Siege seit 2007.Gemeinsam mit Hans-Michael Würdinger und Martin Kloke gewann Jörg Klock zudem die Mannschafts-Silbermedaille mit nur einem Ring Rückstand auf die siegreichen Tschechen.Keine Einzelmedaille, dafür aber eine Mannschafts-Goldmedaille gewann Reiner Holla am ersten Wettkampftag der Europameisterschaften. Gemeinsam mit Peter Käpernick und Alfred Bailer dominierte der Bischofsheimer den Mannschafts-Wettbewerb „Lucca“ mit dem Steinschlossgewehr und hatte seinen Anteil daran, dass das DSB-Team in diesem Wettbewerb seit 2009 ungeschlagen ist. Drei Starts, drei Mal Gold –so lautete die Medaillenbilanz für Jörg Klock am zweiten Wettkampftag, nachdem er seinen dritten EM-Titel im Kuchenreuter-Wettbewerb mit einer Replika-Perkussionspistole gewonnen hatte. Der Reinheimer erhöhte mit 99 von 100 möglichen Ringen seine EM-Bilanz auf sechs Einzelsiege und knüpfte an seinen ersten Sieg vor zwölf Jahren im italienischen Parma an. Neben der Einzel-Goldmedaille hatte Jörg Klock auch den größten Anteil daran, dass die Goldmedaille zusammen mit Joachim Haller und Andreas Stock im Forsyth-Wettbewerb nach sechs Jahren wieder von einemdeutschen Team gewonnen wurde. Bei seinem dritten Start stand Hans-Michael Würdinger erstmals ganz oben auf dem Siegerpodest und konnte sich nach seiner ersten bronzenen Einzelmedaille vor zwei Jahren im spanischen Granada über den Sieg mit der Original-Perkussionspistole im „Kuchenreuter“-Wettbewerb freuen. Der Hesse vom SV Niederwetz war erst der vierte deutsche Sieger in dieser Disziplin, die im Jahr 1988 erstmals von Bernd Janke gewonnen wurde. Mit 98 von 100 möglichen Ringen blieb er zwar zwei Ringe unter der optimalen Rekordmarke aus dem Jahr 1987, als Werner Welsch 100 Ringe traf, doch seine nächstplatzierten Konkurrenten verwies Würdinger deutlich um drei Ringe auf die Ränge zwei und drei.Seine Medaillenbilanz rundete Würdinger mit einem dritten Platz im Mariette-Wettbewerb mit dem Perkussionsrevolver ab. Reiner Holla verpasste die Bronzemedaille im Minié-Wettbewerb mit dem Perkussions-Dienstgewehr auf 100 Meter Entfernung denkbar knapp als Vierter bei Ringgleichheit (92) hinter dem Bronzemedaillengewinner. Dafür konnte sich der Bischofsheimer über die Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb „Magenta“ zusammen mit den beiden Württembergern Alfred Bailer und Michael Sturmfreuen.

Einen Tag zuvor hatte Reiner Holla bereits die Goldmedaille im Lucca-Wettbewerb mit dem Steinschlossgewehr auf 100 Meter Entfernung gewonnen. Gemeinsam mit Peter Käpernick und Alfred Bailer gewann Holla den Mannschafts-Europameistertitel mit 24 Ringen Vorsprung. Im Einzel dominierte ein deutsches Quartett, wobei Reiner Holla mit 87 Ringen bei Ringgleichheit mit Frank Börtzler wieder mit dem undankbaren vierten Rangzufrieden sein musste und nicht an seinen Titelgewinn aus dem Jahr 2015 im portugiesischen Barcelos anknüpfen konnte.